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Geprächsgruppe: Hören

Liebe Gesprächsgruppe, liebe Interessierte, 

 

Eine zu laute Umgebung beeinträchtigt viele Hochsensible sehr.

Hier kommen erst einmal ein paar Informationen zum Hören und im Anschluss, die Möglichkeiten sich vor Geräuschen zu schützen, die wir zusammengetragen haben.

 

Viele Hochsensible nehmen akustische Reize stärker wahr. Das Hören kann jedoch nicht als ein einzelner Reiz betrachtet werden. Die empfundene Lautstärke setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Man muss dabei in Lautheit, Tonhöhe und Klangfarbe differenzieren. In der Alltagssprache wird die Unterscheidung in Lautheit, Tonhöhe und Klangfarbe nicht gemacht. Etwas, das für den Gehörsinn unangenehm ist, wird meist nur als zu laut bezeichnet. Viele Hochsensible sind jedoch nicht nur auf eine hohe Lautheit empfindlich, sondern besonders empfindlich auf Tonhöhe und Klangfarbe. Gerade sehr hoch- und niederfrequente Töne können als belastend empfunden werden und eine große Klangkomplexität zu Überforderung im Hören führen.

 Abgesehen von dieser nuancierten Wahrnehmung, scheinen hochsensible Menschen sich schlechter an andauernde Geräusche zu gewöhnen. Sie können Hintergrundgeräusche entweder nicht ausblenden oder fühlen sich trotzdem beeinträchtigt.

 

In der Gesprächsgruppe berichtete ich außerdem über Misophonie. Diese steht nicht mit Hochsensibilität in Zusammenhang, betrifft aber immer wieder Klienten, weshalb ich das Thema gern aufnehmen wollte. Bei Misophonie reagieren Betroffene auf einzelne Triggergeräusche (auslösende Geräusche) mit extremen Gefühlsreaktionen. Typischerweise wird auf Essgeräusche von Angehörigen mit extremer Wut oder großem Ekel reagiert. Es können aber auch andere Geräusche sein, die starke Gefühle der Abneigung hervorrufen. Misophonie ist wissenschaftlich nicht anerkannt. Der Autor Thomas H. Dozier geht aber davon aus, dass die Reaktion durch einen Reflex im Körper ausgelöst wird. Sie kann deswegen nicht unterbunden werden. Außerdem breitet sich die Misophonie vermutlich auf weitere Triggergeräusche aus, wenn versucht wird, die Geräusche zu ertragen. Die Geräusche sollten deswegen möglichst gemieden werden und die Misophonie therapeutisch behandelt werden, wenn die Lebensqualität dadurch eingeschränkt wird. Wer sich dafür interessiert, kann sich gern mit Fragen an mich wenden oder mehr dazu im Buch "Misophonie verstehen und überwinden" von Thomas H. Dozier nachlesen.

 

Außerdem haben wir uns über Gehörschutz ausgetauscht

  • Ohrstöpsel von Alpine sollen gut sein
  • Ohrstöpsel für Musiker, die nur bestimmte Frequenzen filtern z.B. bei InSound
  • ans Ohr angepasste Stöpsel vom Akkustiker sind angenehmer zu tragen

Selbst gewählte Geräusche können uns helfen zu entspannen

  • lieblings Musik
  • binaurale Beats und andere Entspannungsmusik
  • Hintergrundgräusche z.B. von der WhiteNoise App helfen einzelne störende Geräusche (Triggergeräusche) zu übertönen

 

Danke für den Austausch!

 

Habt ihr noch mehr Tipps und Tricks in zu lauter Umgebung?  Dann schreibt gern einen Kommentar dazu.

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Praxis für Hochsensibilität Kiel

Praxis für Hochsensibilität

Linnea Carstensen

Heilpraktikerin für Psychotherapie

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